Valencia 2011

Reisebericht Gandia / Valencia – Januar 2011 Da Gandia nur 560 km von unserem Wohnort hier in Spanien entfernt ist, entschieden wir uns gemeinsam mit unseren spanischen Freunden, auf die mit der Reisegruppe gebuchte Busfahrt zu verzichten und mit unserem eigenen Auto zu fahren, damit wir dort auch wieder beweglicher sind und unsere Ausflüge unabhängig von der Gruppe unternehmen können. Wir holten also morgens um 8 Uhr unser befreundetes spanisches Ehepaar zu Hause ab und wir machten uns auf den Weg. Unterwegs hielten wir ein paar Mal kurz an und machten auch eine kleine Frühstückspause und so kamen wir pünktlich zum Mittagessen in dem gebuchten 4Sternehotel Bayren Parc in Gandia an. Das Hotel gefiel uns gleich sehr gut und das Essen war ebenfalls zu aller Zufriedenheit. Im sehr schönen Zimmer mit Balkon stand uns dieses Mal sogar kostenlos ein Zimmersafe zur Verfügung und auch ein Kühlschrank stand funktionstüchtig bereit. Wir erkundeten an diesem Tag die nähere Umgebung rund um unser Hotel, d.h. wir hatten max. 70 m zum sehr schönen und langen Strand und man konnte am Strand entlang bis zum Hafen laufen, wo dann sogar auch mehrere Geschäfte geöffnet hatten. Am Abend wurde dann in der Hotelbar Tanz mit Live-Musik geboten und so liessen wir den ersten Urlaubstag schön ausklingen. Am nächsten Tag besuchten wir dann nach der allgemeinen Begrüssung durch die Reiseleiterin den uns von der Rezeption empfohlenen Markt in Gandia, der sich von den üblichen Wochenmärkten in Spanien aber nicht wesentlich unterschied. Wir trafen auf einige Frauen in den typischen Trachten, die anscheinend zu einem Fest auf einem Schiff unterwegs waren und bei den etwas kühlen Temperaturen in den hübschen Kleidern ganz schön frieren mussten. .Den im Hotel angebotenen Tanzkurs für Line-Dance besuchten unsere Freundin und ich natürlich auch und abends ging es dann wieder in die Hotelbar zum Tanz. Am Montag machten wir uns dann nach dem Frühstück zu unserem ersten grossen Ausflug auf und fuhren in das in Richtung Castellón über 100 km entfernte SEGORBE, das eine schöne historische Altstadt hat, sehenswerte alte Stadtmauern, ein interessantes Bürgermeisteramt und ein Informationszentrum mit sehr gut gemachter Diashow über die Geschichte der Stierzucht und der für diese Stadt bekannten Feste, wo die Jungstiere nach altem Brauch von Reitern durch die Strassen getrieben werden und die Männer der Stadt vor ihnen herrennen und ihren Mut beweisen wollen. Dieser Besuch im „Centro de Interpretacion de la Entrada de Toros y Caballos“ war wirklich sehr interessant und für 1,- Euro Eintritt für sehr preiswert. Nach der ausführlichen Besichtigung der Stadt SEGORBE fuhren wir dann in die etwas entlegeneren „Coves de Sant Josep“ im Vall d’Uixó in der Nähe der Stadt SAGUNTO. Der Besuch dauerte etwa 40 Minuten bei einer Temperatur von 20°C das ganze Jahr über und 800 m werden mit einem Boot auf dem unterirdischen Fluss durchgeführt. Man kann dann noch eine ganze Strecke in der Höhle zu Fuss erkunden und die restlichen 1950 m der Höhle sind für das Publikum nicht zugänglich und selbst die vielen verschiedenen Untersuchungen der Höhlenforscher konnten bis heute den Ursprung des Flusses und das Ende der Grotte noch nicht erkunden (www.riosubterraneo.com). Am Dienstag machten wir dann die Innenstadt von Gandia unsicher und besichtigten u.a. den wunderschönen Palacio de Borja (www.palauducal.com). Aus dieser für Gandia ganz bedeutenden Grafenfamilie enstammte im Jahr 1485 der Kardinal Roderic de Borja, der dann Papst Alexandre VI wurde. Der Palast war der Hauptsitz der königlichen Grafen der Krone von Aragon und mit einem Prunk ausgestattet, der wirklich einen Besuch wert ist. Wir bummelten noch etwas durch die Stadt Gandia mit ihren 80.000 Einwohnern und nachmittags entschlossen wir uns dann, den im Hotelinneren installierten Whirlpool auszuprobieren und das war natürlich eine herrliche Entspannung. Für den Mittwoch hatten wir dann volles Programm und zwar fuhren wir mit dem Bus zum Bahnhof in Gandia, von wo aus wir für 7,25 Euro pro Person eine Hin- und Rückfahrkarte zu dem ca. 65 km entfernten Valencia kauften, um uns die Stadt ohne Stress und ohne Parkplatzsuche in Ruhe mit dem Touristenbus (www.valenciabusturistic.com) anschauen zu können. Das Busticket für 15,- Euro pro Person gilt für beide Routen „Valencia Histórica“ Route A und auch für „Valencia Marítima“ Route B und so nutzten wir das Ticket dann auch den ganzen Tag wirklich aus und sahen uns die Stadt mit ihren wunderschönen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten in Ruhe an. Den ersten Abend liessen wir dann mit dem Besuch des Wissenschaftsmuseums “Museo de las Ciencias Principe Felipe“in der Museumsstadt und dem sehr schönen „Museo Fallero“ ausklingen (in diesem Museum werden die seit Jahrzehnten aufbewahrten preisgekrönten traditionellen Figuren der jährlich am 19.03. stattfindenden „Fallas“ ausgestellt, die nicht – wie üblich – verbrannt wurden). Wir haben vor Jahren einmal an diesem Fest teilgenommen, wo wirkliche künstlerisch gestaltete Motive aus Karton und Pappmaschee auf den Strassen angezündet werden und nur ein einziges dieser Kunstwerke dann übrig bleiben darf. Die Touristenbusse haben ja den Vorteil, dass man an den berühmten Sehenswürdigkeiten aussteigen kann, diese in Ruhe besichtigen und dann in den nächsten Touristenbus wieder einsteigen kann, sooft man dies innerhalb eines Tages machen möchte. Es heisst zwar, 24-Stunden-Ticket, aber da der Bus ja nur bis abends fährt, haben wir ihn dann wenigstens mit dem gleichen Ticket am darauf folgenden Tag noch einmal am Vormittag benutzen können. Die architektonisch einmalige Museumsstadt Valencias „Ciudad de las Artes y las Ciencias“ (www.cac.es) versetzt den Besucher wirklich in eine andere Welt. Das Werk der Architekten Santiago Calatrava und Fèlix Candela, das aus dem Palau de les Arts Reina Sofia (Opernhaus), dem Hemisfèric (IMAX und Full Dome Digitales 3-D Kino im Grossformat, Digitale Projektionen, astronomische Vorführungen und Unterhaltungsvorstellungen), dem Museo de las Ciencias Principe Felipe (Wissenschaftsmuseum, in dem sich die Wissenschaft dem Publikum auf offene und interaktive Weise nähert, und es einlädt, mitzumachen. Der Besucher hat die Möglichkeit, seinen eigenen Weg durch das Museum zu gestalten und zu verändern und kann auf spielerische Art an einer Atmosphäre teilnehmen, die sich in den verschiedenen Ausstellungen, Workshops und Aktivitäten widerspiegelt), dem Umbracle (Laubengang und Parkhaus), dem Agora und dem Oceanográfic (Aquarium, eine natürliche und gleichzeitig magische Umgebung, wo man aus aller dichtester Nähe die bemerkenswertesten Tierarten unserer Meere und Ozeane beobachten kann. Man lernt die verschiedenen marinen Ökosysteme kennen, das tropische und arktische sowie das antarktische, in denen man eine grosse Anzahl Tierarten findet, wie Walrösser, Haifische, Delfine und noch viele andere Gattungen, sogar solche, die einmalig in Europa sind, wie der Weisswal. Ausserdem sind dort Ausstellungen von marinen Säugetieren zu sehen, Restaurants mit Blick auf den Park und thematische Museumsshops) besteht ist ein Symbol für das Interesse an kulturellem Tourismus, das das Land Valencia in der Welt darstellt. Während unseres Besuches dieser wirklich sehenswerten Anlage stellten wir fest, dass diese einmalige Kultur- und Spielanlage auch für Veranstaltungen wie Firmenevents und sogar Hochzeiten einen originellen Hintergrund darstellt. So hatte an diesem Tag die Firma PEUGOT eine grosse Präsentationsveranstaltung und wir konnten beobachten, wie die Mitarbeiter während einer Veranstaltungspause die anscheinend neu entwickelten motorbetriebenen Fahrräder ausprobierten. Ein einziger Tag reicht jedenfalls nicht aus, um all dies ausführlich zu besichtigen und an den einzelnen Aktivitäten teilzunehmen. In der Mittagszeit entdeckten wir dann in dem grossen Carrefour-Einkaufscenter das amerikanische Steakhouse „Hollywood“, wo man wirklich einmalig gute Steaks, Spareribbs und vieles mehr in Holywood-Atmosphäre serviert bekommt. Diesen zweiten Tag in Valencia schlossen wir dann mit einer Besichtigung der historischen Räume der ehemaligen Seidenbörse und einem Besuch auf dem kleinen Handarbeitsmarkt in der Innenstadt ab und fuhren gemütlich mit dem Zug wieder nach Gandia zurück. Am Freitag machten wir dann einen weiteren Ganztagesausflug nach BOCAIRENT, das durch seine Höhlen, Kirchen und eine originelle Stierkampfarena bekannt ist und jedes Jahr in der ersten Februarwoche zu dem Fest mit den farbenträchtigen Kostümen „Dia de Moros y Cristianos“ viele Besucher anlockt. Das Dorf an sich und die Landschaft ringsum bietet sehr schöne Motive zum Filmen und Fotografieren und so waren wir dann doch nicht ganz so enttäuscht, dass die ganzen Höhlen und Kirchen an unserem Ausflugstag schon sehr früh – noch vor der Mittagszeit – geschlossen waren und Besichtigungen erst wieder am späten Nachmittag möglich gewesen wären. Als wir dann hörten, dass man bei einigen Höhlen nur „auf allen Vieren“ kriechen müsste, um diese zu durchqueren, entschlossen wir uns, deshalb dann doch nicht bis abends hier zu bleiben. Den Samstag verbrachten wir dann noch einmal in Gandia selbst und besuchten u.a. den wöchentlichen Markt und machten einen ausführlichen Stadtbummel. Am Sonntag fuhren wir dann mit dem Auto in das ca. 65 bis 70 km entfernte Benidorm, in dem wir in früheren Jahren öfter mit unseren spanischen Freunden in den Monaten Februar bis April Urlaub machten, um das milde Mittelmeerklima zu dieser normalerweise noch kalten Jahreszeit zu geniessen. Die Stadt an sich mit ihren vielen Wolkenkratzern gefällt uns nicht so gut, jedoch die herrliche Strandpromenade und die vielen vielen Geschäfte laden immer wieder zum Einkaufsbummel ein und so schwelgten wir in Erinnerungen an frühere Urlaube und besuchten auch dort das in der Provinz Valencia öfter vorhandene amerikanische Steakhouse Hollywood, um zum Abschluss dieses wunderschönen Urlaubs mit Vollpension am freien Buffet noch einmal ausserhalb des Hotels ein richtig gutes Steak zu geniessen… Auf der Heimfahrt besuchten wir dann noch kurz in Oropesa die vor Jahren neu gegründete Ferienanlage „Marina d’Or“ mit ihren schicken Hotels, Parkanlagen und viel zu vielen Neubauten und warfen einen kurzen Blick in das schicke Thermalbad in einem der grössten Hotels dort. Auch hier macht sich bestimmt die allgemeine Wirtschaftskrise bemerkbar, es waren nämlich keine Besucher zu sehen und die Anlage befand sich im Dornröschenschlaf…. Wir beendeten dann unseren Urlaub mit einem tollen Mittagessen bei Freunden in der Nähe von Barcelona und kehrten zufrieden und wieder ein klein wenig gebildeter nach Hause zurück.

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