Andalusien-Reise im September 2010
Reisebericht Andalusien September 2010 (die ersten Bilder!)
Per Internet buchten wir wieder einmal einen sehr günstigen Ryanair-Flug von Gerona nach Sevilla (mit allen Gebühren nur 45,- Euro für zwei Personen hin- und zurück); allerdings reisen wir bei solchen „Kurzurlauben“ nur mit jeweils 10 kg Handgepäck, was wesentlich preiswerter und auch in der Abfertigung viel schneller geht.
Ausserdem hatten wir uns im Internet vorher informiert, wo und wann irgendwo rund um unser Flugziel Sevilla Feste oder interessante Veranstaltungen stattfinden würden und mieteten über den ADAC einen Ford Fiesta. Wir fanden heraus, dass in einem der „Weissen Dörfer“ im weiteren Umkreis von Sevilla die alljährliche 4tägige „Feria de Ganado y Fiestas de San Mateo““ stattfindet und so reservierten wir ebenfalls übers Internet in der im Ort Villamartin zur Zeit einzigen Unterkunft im „Hotel Antigua Estacion“ für 3 Nächte ein Zimmer. Wir kamen nachmittags dort an, erkundeten erst einmal die nähere Umgebung und besuchten abends den Festplatz und verbrachten diese 3 Tage in einem riesigen gemütlichen Zimmer mit Bad und das Hotel befindet sich etwas ausserhalb des Ortszentrums umgeben von Palmen und auf einem wunderschönen Gelände. Es wurde erst 2001 von einem uralten Bahnhofsgebäude zu einem liebevoll gestalteten Hotel umgebaut und gerne sind wir die paar Kilometer zu dem Festgelände am anderen Ortsrand gefahren. (www.antiguaestacion.com)
Es ist schade, dass von der Gemeinde Villamartin bei den Empfehlungen nicht die Flugschule erwähnt wird, die sich auf dem weitläufigen Gelände des Hotels befindet und von einem Schweizer Fluglehrer betrieben wird (www.escuelavillamartin.blogspot.com).
Jedenfalls verbrachten wir diese 3 Tage tagsüber mit herrlichen Ausflügen in die Umgebung und unser erstes Ziel war der Naturpark „Parque Natural Sierra de Grazalema“ mit den wunderschönen Orten El Bosque (bekannt bei Anhängern des Angelsports für seine Forellen), Prado del Rey, Zahara de la Sierra (das an den Hängen der Sierra del Jaral liegt) und natürlich direkt Grazalema (ein Dorf römischen Ursprungs).
Abends besuchten wir dann die wirklich sehr schöne Feria, die ebenfalls wie die berühmtere Feria de Abril von Sevilla ein tolles beleuchtetes Eingangstor hatte und die „Casetas“ der einzelnen Vereine und Privatleute wunderschön eingerichtet und geschmückt waren. Die Andalusierinnen in ihren hübschen Flamencokleidern und auch das andere Extrem, die jungen Damen mit Supermini und unglaublich hohen Schuhen… Jedenfalls hatten wir sehr schönes Wetter und dementsprechend war die Fiesta auch gut besucht.
Am dritten Tag wählten wir dann die nördliche Route aus, die uns zu den weissen Dörfern Puerto Serrano, Algodonales, El Gastor, Setenil de las Bodegas, Alcalá del Valle und Olvera führte. Die Fahrt nach El Gastor war sehr abenteuerlich, da Teile der Strasse beim letzten Unwetter weggerissen worden waren und die Strasse nur sehr vorsichtig befahrbar war. In Setenil de las Bodegas bestaunten wir die Häuser, die in den Fels hineingegraben sind und als Dach den Felsen selbst benutzen. Auch Alcalá und Olvera waren sehenswerte Orte mit tollen Motiven zum Fotografieren.
Unsere Abreise am 4. Tag nach dem Frühstück erfolgte dann über Arcos de la Frontera, wo wir schon zweimal die Feria miterlebt hatten, nach Jerez de la Frontera. Dort hatten wir das wunderschöne und wirklich mit allem Komfort ausgestattete 4 Sterne-Hotel Guadalete für zwei Übernachtungen mit tollem Frühstücksbuffet über unsere Freundin gebucht. Wir waren wirklich rundum sehr zufrieden. Parkplatz vorm Hotel, toller Swimmingpool mit Pool-Bar und Riesenbildschirm mit Unterhaltungsprogramm und Fussball-Live-Übertragungen. Gegen Abend nahmen wir dann bei der Prozession teil, wo unter riesigem Aufwand und viel Gefolge die Heiligenstatue „Merce“ aus der Kirche durch die Strassen getragen wird. Rund um die Kirche und entlang der Route warteten viele Zuschauer.
Am nächsten Tag fuhren wir ca. 35 km ausserhalb nach Medina Sidonia, wo wir auf dem Campo Abierto eine sehr interessante Vorführung mit andalusischen Pferden, Stieren, Kühen und vielen „Gauchos“ anschauten (18,- Euro pro Person war zwar nicht gerade billig, aber wir haben nichts bereut) Bilder dazu
Für den darauffolgenden Tag hatten wir über den Travel Club einen Tisch für zwei Personen in dem wunderschönen historischen Parador von Carmona reserviert und genossen deshalb verhältnismässig preisgünstig ein tolles „Parador-Menue“ mit einem leckeren Nachtisch-Buffet als krönendem Abschluss.
Vorher machten wir noch einige schöne Fotos in der historischen Altstadt von Carmona und nach dem Essen fuhren wir dann zu unserem kleinen Hostal Puerta Carmona nach Sevilla, wo wir nun schon zum vierten Mal für die letzten drei Tage ein kleines aber ordentliches und sauberes Zimmer direkt am Eingang zur historischen Altstadt reserviert hatten.
Sevilla ist immer wieder ein Reise wert und man sieht immer wieder etwas Neues. Bei den bekannten Parkplatzproblemen in dieser Gegend liessen wir dann unser Auto lieber auf dem glücklich gefundenen Parkplatz stehen und fuhren mit dem öffentlichen Bus über den Guadalquivir rüber in das berühmte Viertel „TRIANA“. Dort sitzt man gemütlich in kleinen Restaurants oder Bars entlang des Flusses und die vielen Lichter der Stadt ringsum tragen zu einer besonderen Atmosphäre bei.
Mit dem letzten Bus fuhren wir wieder in unser Hostal zurück und am nächsten Tag wollten wir noch mal die interessanten Ausblicke über den Spiegel oben im 45 m hohen „Torre de los Perdigones“ geniessen. Leider hatten wir noch das alte Prospekt von vor zwei Jahren und wussten deshalb nicht, dass neuerdings auch hier montags geschlossen ist. Der lange Spaziergang dorthin war also sozusagen umsonst, aber wir machten dann den Rückweg mit dem Bus zu unserem anderen Lieblingsrestaurant von Sevilla, „La Cigalla de Oro“ in der Calle José Laguillo, 23.
Gegen Abend machten wir dann einen Stadtbummel in den Einkaufsstrassen der Innenstadt und ich kaufte mir einen schwarzen langen Flamenco-Rock und ein schwarzes langes Flamenco-Kleid (natürlich ohne Rüschen und Krimskrams…).
Am nächsten Tag wollten wir morgens unseren Bekannten am Flughafen Sevilla aufsuchen und fuhren mit dem Auto hin. Leider hatte er morgens keinen Dienst und so fuhren wir noch mal in unser anderes Lieblingsrestaurant „La Choza de Manuela“ an der Carretera A-474 Bormujos nach Bollullos zum wirklich sehr guten und preiswerten Mittagessen.
Abends fuhren wir dann mit dem Flughafenbus ab dem Bahnhof Santa Justa doch noch mal zum Flughafen und das war dann wirklich auch gut so, denn für den darauffolgenden Tag, 29.09. war ein Generalstreik angekündigt und wir ahnten, dass es Probleme mit unserem Ryanair-Rückflug geben könnte.
Dies bestätigte sich dann auch mit Hilfe von Nino, unserem Bekannten vom Flughafenpersonal und wir versuchten leider ohne Erfolg, einen Ersatzflug für den 30.09. zu buchen. Nino fuhr uns dann ins Hostal zurück, wo wir den Hotelangestellten und unsere Freundin Vivian um Mithilfe baten, damit wir einen Gratis-Ersatzflug per Internet buchen könnten. Inzwischen hatten wir aber auch schon vorsichtshalber das Hotelzimmer für eine Nacht länger gebucht und den Leihwagen für einen Tag länger bestellt.
Als dann am darauffolgenden Streiktag wirklich keine Aussichten auf einen Ersatzflug waren, entschlossen wir uns, das Auto noch einen Tag länger zu mieten und mit dem Auto nach Hause zu fahren und das Zimmer an die längst Wartenden anderen Betroffenen Hotelgäste weiterzugeben.
Wir fuhren also noch mal nach Bollullos zum Essen, vorher ging ich noch zu dem Friseuerausbildungsstudio und zahlte insgesamt 7,- Euro!!! für meine neue Frisur.
Nach dem Essen fuhren wir dann von Sevilla bis nach Almeria, wo wir in einem Hostal gemütlich zu Abend assen und ´übernachteten.
Morgens um kurz vor 8 Uhr ging es dann wieder auf die Autovia und bei Sant Sadurni hatten wir dann sogar noch kurz Zeit, unseren Lieblingssekt „Can Quetu“ beim Erzeuger zu kaufen. Um 18 Uhr wurden wir dann am Flughafen von Gerona von Barbara abgeholt und gaben unseren Leihwagen sogar einen Tag zu früh zurück – leider ohne jegliche Gutschrift…
Wir hatten eine wunderschöne Zeit in Andalusien und so verkrafteten wir auch dieses Rückkehrproblem besser….
23.09.2010
Uns geht es sehr gut. Wir sind heute in Jerez de la Frontera angekommen und das Hotel Guadalete, das wir hier gebucht haben, ist Spitze!!!! 4 Sterne und wirklich exklusiv. Heute gegen Abend fahren wir in die Innenstadt zu der Prozession der Heiligen Merce, die sie dann durch die Strassen tragen…
Mal sehen, was sonst noch geboten wird. Die letzten 3 Naechte waren wir ja in Villamartin, wo eine riesige Feria stattfand. War toll, fast wie in Sevilla, nur etwas kleiner. Wir haben tagsueber die weissen Doerfer ringsum besucht und waren in ganz tollen Bergregionen. Eine wunderschoene Landschaft. Wir haben viele Fotos gemacht und ein wenig gefilmt. Hier in diesem Hotel gibt es Gott sei Dank wieder Internet gratis, so dass wir bis Sonntag vormittags hier noch per E-Mail erreichbar sind, falls es etwas gibt.
Bis dann…

25.09.2010
Wir waren gerade eben bei einer sehr sehr interessanten Veranstaltung im “Campo Abierto” in der Naehe von Medina Sidonia, ca. 30 km von Jerez de la Frontera entfernt. Es handelt sich um ein riesiggrosses Campo mit Stieren, Pferden, Kuehen, Kaelbern und vielen vielen Gauchos. Sie fuehren 3x in der Woche vor, was sie ihren andalusichen Vollblutpferden fuer tolle Sachen beigebracht haben und wie die 4 Hunde die Kuehe und Stiere im Griff haben. Es war wirklich sehr interessant. Die Vorfuehrung dauerte 1 1/2 Stunden. War zwar nicht gerade billig, mit 18 Euro pro Person…aber es war wirklich sehr interessant. Jetzt werden wir uns nach dem tollen Mittagessen in einer kleinen Bar in Medina Sidonia etwas ausruhen und dann den Hotelpool geniessen. Das Hotel ist wirklich sehr sehr schoen und es gibt alles, was das Herz begehrt. Auch das Fruehstuecksbuffet liess keine Wuensche offen.
Also – wie gesagt – Abnehmen kann man hier auch wieder nicht!!!
Bis dann…
26.09.2010
noch schnell, bevor wir weiterfahren nach Carmona bei Sevilla. Dort haben wir fuer 14 Uhr einen Tisch fuer uns beide im Parador von Carmona reserviert. Dies war das Geburtstagsgeschenk fuer meinen Mann, das ich teilweise mit den Punkten vom Travel-Club finanziert habe. Mal sehen, ob das Essen und das Ambiente auch wirklich haelt, was die Reklame versprochen hat. Ansonsten hatten wir gestern noch einen schoenen Abend. Zuerst genossen wir die wirklich sehr grosse und wunderschoene Terrasse des Hotels hier in Jerez. Mit riesigem Swimmingpool, Bar und Riesenbildschirm mit Musikprogramm und anschl. Fussballuebertragung. Wir waren dann sehr gut zum Essen in einem tollen “Asador” hier in der Naehe. War fast, wie in Argentinien….Also rundum ein gelungener Aufenthalt. Wir hoffen, dass wir am Mittwoch planmaessig zurueckfliegen koennen, angeblich ist ja wieder ein Generalstreik irgendwo….
Alla bis dann
Bussi an alle ringsum
Marliese und Gustl