Andalusien- Costa de la Luz

Kleiner Reisebericht – Andalusien April 2010

Da unsere diesjährige Frühjahrsreise mit einem sehr frühen Flug von Barcelona nach Sevilla begann und wir so früh morgens keine Zug- oder Busverbindung zum 155 km entfernten Flughafen Barcelona haben, waren unsere spanischen Tanzfreunde Carmen und Ramon spontan bereit, uns einen Abend vor Abflug bei sich zu Hause zu beherbergen, um uns dann am Samstag den 10.04. vom nahen Sabadell morgens um 7 Uhr am Flughafen Barcelona abzuliefern.

Unser Flug startete dann etwas verspätet um ca. 9.30 Uhr in Richtung Sevilla und wir wurden dann dort per Bustransfer in das ca. 85 km entfernte Endziel Matalascanas gebracht, wo wir in dem sehr komfortablen Viersterne-Hotel „Carabela Club“ noch gerade richtig zum Mittagessen am reichhaltigen kalt-warmen Buffet kamen. Das Essen war übrigens die ganzen 15 Tage sehr gut und auch die uns für die zahlreichen Ganztagesausflüge mitgegebenen Picknik-Pakete waren reichhaltig und liebevoll zubereitet.

Nachdem wir unser sehr schönes Zimmer mit Bad, Telefon, TV, Kühlschrank, Tresor und Haartrockner bezogen hatten und die Koffer soweit ausgepackt und die Sachen im Schrank verstaut waren, beschnupperten wir zuerst mal zu Fuss die nähere Umgebung bis zum ca. 1,5 km entfernten kilometerlangen Sandstrand. Eine kleine Fussgängerzone mit Figuren nach Gaudi-Vorbildern gefiel uns dort besonders gut und auch die Bauweise verschiedener Wohngebäude im typisch andalusischen Stil verführte uns zu so manchem Foto.

Den ersten Abend liessen wir dann nach dem wieder sehr guten Abendbuffet etwas gemütlicher bei spanischem Fernsehen ausklingen – wir waren ja schliesslich schon seit 5 Uhr morgens auf den Beinen und der Vorabend mit den Freunden war auch nicht gerade früh zu Ende gegangen.

Am Sonntag waren wir ja auch noch ohne Leihwagen, da der über den ADAC gemietete Kleinwagen erst am Montag im ca. 55 km entfernten Huelva abgeholt werden konnte. Also machten wir nach dem sehr gut sortierten Frühstücksbüffet und der um 10 Uhr stattfindenden Willkommensveranstaltung noch mal einen ausführlicheren Spaziergang durch das anscheinend noch im Winterschlaf liegende Matalascanas, nahmen unser Mittagessen ein und informierten uns über die vielfältigen Einrichtungen dieser schönen Hotelanlage. Es gibt einen Friseur, eine Massageabteilung, ein kleines Geschäft, einen netten Fernsehraum mit Bar, eine Cafeteria, einen Tanzsaal, Räume für Kartenspiele, Billard usw., einen schönen grossen Swimmingpool mit vielen bequemen Liegen auf dem Rasen ringsum….

Also jedenfalls der Sonntag war Entspannung und Faulenzen.

Am Montag fuhren wir nachmittags mit dem Bus nach Huelva und holten das gemietete Auto ab, einen Citroen C3. Wir fuhren dann gemütlich über die Orte Almonte und El Rocio wieder zurück ins Hotel und nach dem Abendessen gingen wir dann runter zum Tanzen. Es gab zwar nur Musik von CDs, aber sehr schöne Tanzmusik und dann eine Tanzpause mit kostenlosem Bingo-Spiel. Getanzt wurde viel und so lernten sich die Hotelgäste dann auch besser kennen. Bis 24 Uhr war es dann jeden Abend bei netter Unterhaltung sehr schön und wir freuten uns immer auf die nette Gesellschaft.

Für den Dienstag hatten wir uns dann einen Ganztagesausflug an die Algarve nach Portugal ausgedacht und deshalb am Vorabend ein Picknik bestellt, falls wir kein nettes Lokal finden würden oder keine Lust zum Essengehen haben. In Portugal hatten wir nämlich letztes Jahr nicht so arg gute Erfahrungen mit dem Restaurantessen gemacht und so waren wir da etwas voreingenommen.

Wir fuhren also nach dem Frühstück los und bis zur Grenze waren es ja nur knapp 100 km. Bis Faro waren es dann noch mal ca. 50 km mehr und so genossen wir dort erstmal einen Kaffee beim Stadtbummel und dann suchten wir uns ein nettes Plätzchen am Algarve-Strand und assen zufrieden unser gutes Picknik. Wir waren dann bis abends in Portugal unterwegs und hatten viel viel Glück mit dem Wetter. Da wir keine Museumsbesucher sind, hielten wir uns hauptsächlich an Stadtrundgänge, Strandspaziergänge und ab und zu mal eine Kirche. Wir bevorzugen schöne Landschaften und typische Bauweisen und uns interessiert, wie die Menschen hier leben und wir unterhalten uns gerne mit ihnen.

Mittwoch machten wir dann wieder einen kleineren Halbtagesausflug und besuchten eine Weinkellerei in Bollullos, wo es nach Angaben des Besitzers einen einzigartigen Weinessig gab, der wegen seines „Aromas“ und seines „Duftes“ nur in kleinen Parfümflaschen verkauft wird und angeblich sehr gute Verkaufszahlen hat. Auch der dort allein hergestellte „Orangenwein“ wurde von uns probiert und zwar ist das auch ein WeinTvino Logo 60x20 aus Trauben, der dann jedoch mit Schalen von Bitterorangen gelagert wird und dadurch sein seltenes Aroma erhält. Es ist ein Aperitivwein und reine Geschmacksache. (Mir schmeckte er, meinem Mann nicht so).

Donnerstag war dann wieder grosses Programm angesagt. Wir hatten uns einen kleinen Rucksack mit Ersatzklamotten gerichtet, da wir die Absicht hatten, bis nach Gibraltar und Tarifa zu fahren und auf dem Rückweg irgendwo in einem kleinen Hostal zu übernachten, damit wir für die weiteren Ziele wie Conil de la Frontera und ´Cadiz noch genügend Zeit haben würden. Gesagt, getan. Wir erreichten über Algeciras dann Tarifa zuerst und sahen der Fähre zu, die ständig zwischen Tarifa und Tanger in Afrika hin- und herpendelt. Es sind angeblich nur 45 Minuten bis Afrika, aber wir hatten da kein grosses Interesse. Den Affenfelsen von Gibraltar sahen wir dann bei ziemlich starkem Wind leicht in Nebel gehüllt und so hielten wir uns dort in dieser ungemütlichen Wetterlage nicht unnötig lange auf.

Wir fuhren dann über Landstrassen an saftigen Wiesen vorbei und fanden in Vejer de la Frontera ein hoch auf dem Berg gelegenes preiswertes und schönes Zimmer in einem Hostal mit Parkplatz direkt vor dem Haus. Da wir bei unserer Ankunft den Eindruck hatten, dass in diesem Ort irgendwo ein Fest stattfinden würde, da die Damen und Mädchen alle in ihren Flamencokleidern in die selbe Richtung liefen, fragten wir nach und – tatsächlich – wir kamen gerade zur „Feria“ dem sogenannten Frühlingsfest rechtzeitig. Also bezogen wir kurz unser Zimmer und stürzten uns ins Vergnügen. Wir kannten das alles ja schon von unseren beiden Besuchen in Arcos de la Frontera. In dem Ort jetzt war halt alles ein wenig einfacher und kleiner gehalten, aber sehr nett und interessant. Nur zum Abendessen gingen wir dann doch lieber in ein kleines nettes Restaurant, das auf unserem Heimweg lag und wo wir sehr sehr gut assen.

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück weiter in Richtung Conill de la Frontera, das wir endlich auch einmal kennenlernen wollten, da uns deutsche Freunde schon so oft davon vorgeschwärmt hatten, weil sie vor vielen Jahren dort öfter ihren Urlaub verbrachten. Wir gingen also in die Touristeninformation und liessen uns reichlich aktuelles Informationsmaterial mitgeben, damit wir das dann auch weitergeben können.

Der Ort war ganz nett mit seinen weissgetünchten Häusern und der lange Sandstrand wurde scheinbar durch eine in der Ferne zu sehenden Steilküste begrenzt. Nach ausführlichem Rundgang fuhren wir dann in Richtung Cadiz weiter. Dort hatten wir endlich mal wieder Gelegenheit, die Stadt ohne Regenschauer zu besuchen und tatsächlich fing es auch wirklich erst zu regnen an, als wir bereits wieder zur Weiterfahrt im Auto sassen.

Rechtzeitig vor dem Abendessen und dem Abendprogramm waren wir dann wieder in unserem Hotel in Matalascanas zurück und berichteten den erstaunten Tischnachbarn von unserem schönen Ausflug.

Samstag und Sonntag verbrachten wir dann wieder etwas ruhiger an unserer Strandpromenade und dem sehr bekannten Naturpark Donana. Auch kauften wir direkt beim Hersteller von den herrlichen Erdbeeren, die hier in díeser Gegend durch die kilometerlangen folienüberdachten Anbauflächen das Bild beherrschen. Wir zuckerten sie uns auf dem Zimmer ein und genossen sie zwischen den reichhaltigen und wirklich guten Mittag- und Abendessen.

Die Ausflüge von Matalascanas aus führten uns immer wieder nur über zwei Strassen heraus, da die riesige Fläche des Naturparks den Ort regelrecht von den anderen Orten isoliert. So ging es immer nur entweder in Richtung Huelva, das mit seinen riesigen Tanklagern und dem dadurch entstehenden intensiven Geruch gleich hinter dem Naturpark anfängt – oder eben in Richtung Sevilla, per Autobahn oder Schnellstrasse.

Am Montag besuchten wir dann intensiver die Wanderwege des Naturparks, beobachteten Gleitflieger direkt über dem Meer und genossen die Sonnenstunden auf einer bereitstehenden Bank an der Strandpromenade zwischen riesigen Flächen von lila- und gelbfarbigen Bodendeckern.

Am Dienstag fuhren wir dann nach dem Frühstück nach Sevilla, wo die berühmte Feria del Abril angefangen hatte. Wir hatten uns in weiser Voraussicht auch hier ein Zimmer in dem uns schon bekannten Hostal Puerta Carmona bestellt, von wo aus man in wenigen Minuten in der berühmten Altstadt war.

Da wir am Vorabend schon in den spanischen Nachrichten mitbekommen hatten, dass ausgerechnet jetzt zu diesem Fest die meisten öffentlichen Busse bestreikt würden, zogen wir es nach einigem Warten vor, zu Fuss die mindestens 3 oder 4 km bis zur Feria zu laufen. Wir bestaunten schon unterwegs die vielen hübschen Frauen und Kinder in ihren Flamengokleidern und die festlich geschmückten Kutschen und Pferde mit den elegant gekleideten Besuchern dieses bekannten Festes. Wir hatten einen heissen Tag erwischt und nach über einer Stunde inmitten vieler vieler Festbesucher wollten wir uns endlich mal irgendwo in einer der vielen Festzelte niederlassen und was trinken. Aber – siehe da – überall wurde uns erklärt, dies sei eine geschlossene Gesellschaft und erst ziemlich spät wurde uns dann auf einem Plan erklärt, wo die für das normale Publikum aufgestellten Festzelte sind und so fanden wir endlich mit Mühe und Not zwei Sitzplätze und sassen dann den ganzen Abend bei schöner Sevilliana-Musik und Tanz und unterhielten uns mit den ständig wechselnden Tischnachbarn. Wir wussten genau, unsere harterkämpften Sitzplätze durften wir nicht mehr verlassen, sonst gab es nur noch Stehplätze irgendwo im Gewühl. Die angebotenen Speisen konnten uns nicht sehr begeistern und so verschoben wir unseren Hunger auf später, als wir dann das rauschende Fest vergnügt und hochzufrieden verliessen.

Am kommenden Vormittag machten wir dann noch mal die ganze Altstadt von Sevilla unsicher, mit Giralda und Kathedrale und schönen Patios, engen Gassen und sehenswerten Gebäuden.

Wir bekamen dann vom Empfangschef einen heissen Insider-Tipp, wo wir ausserhalb von Sevilla ein sehr gutes Grill-Restaurant finden könnten und so machten wir uns auf und waren dann auch wirklich sehr sehr zufrieden. Wir waren uns einig, dass dies nicht das letzte Mal war, wo wir hier in der Nähe Sevillas zum Essen herkommen würden.

Am Donnerstag fuhren wir dann in den Badeort „Punta Umbria“, besichtigten den Fischereihafen und den schönen Badestrand und hatten wieder mal mit dem Wetter wenigstens soviel Glück, dass der Regen erst anfing, als wir uns zu einem Kaffee in einem Strandlokal entschlossen hatten. Wir hatten ja soweit alles gesehen, was es in diesem Ort so zu sehen gab und machten uns dann wieder über den berühmten Pilgerort „El Rocio“ auf den Heimweg. Dieses Mal war sogar die dort sehr bekannte Ermita geöffnet und wir konnten von der berühmten Heiligen einige Aufnahmen machen.

Da dieser ganze Ort jedoch nicht eine asphaltierte Strasse hat und absichtlich überall nur auf Sand gefahren, geritten und gelaufen wird, verwandelte der dann plötzlich beginnende Platschregen im Nu die Sandstrassen in einen klitschigen Matsch. Wir nutzten diesen Zwangsaufenthalt dazu, in einem Spezialgeschäft für Sevilla-Kleider diese wunderschönen Kleider genauer anzuschauen und Fotos zu machen und als es etwas nachliess rannten wir zu unserem ausserhalb geparkten Auto und waren das erste Mal in den ganzen zwei Wochen pudelnass.

Da wir ja aber im Zimmer auch einen Haarfön hatten, sahen wir das alles nicht so eng und im Nu waren wir wieder trocken und zu neuerlichem Tanzvergnügen bereit.

Am Freitag mussten wir ja dann unser Leihauto wieder nach Huelva zurückbringen und fuhren deshalb gleich morgens nach dem Frühstück los, damit wir bis nachmittags um 15 Uhr den einzigen Bus zurück nach Matalascanas nehmen konnten und trotzdem noch genug Zeit blieb, Huelva mal ohne Stress und ohne Auto zu besichtigen. Dies taten wir dann auch ausführlich und es klappte alles planmässig.

Am Samstag mussten wir ja dann bis 12 Uhr unser Zimmer räumen und die gepackten Koffer bis zu unserer Abfahrt um 17 Uhr unterstellen. So legten wir uns auf die bequemen Schwimmbadliegen und genossen die Sonne und das letzte Mittagessen. Unser Abflug fand dann um 21.30 Uhr statt und wir kamen noch rechtzeitig mit dem kostenlosen Shuttle Service in das wunderschöne Hotel Best Western Alfa Aeropuerto, wo wir noch ein tolles Entrecote und eine gute Flasche Rotwein zum Abschluss dieses wunderschönen Urlaubs geniessen konnten.

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